Tipps zur Anfertigung von Seminar- und Abschlussarbeiten

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Formales

Umfang

Der Umfang der Arbeit variiert je nach Studienordnung. Setzen Sie sich im Zweifelsfall mit dem entsprechenden Prüfer in Verbindung.

Layout


Falls Sie die Vorlage nicht verwenden, bitten wir Sie, sich an folgende Richtlinien zu halten:

  • Angenehm lesbar ist ein Satzspiegel (Breite des Textes) von 12 bis 13 cm, den Sie erreichen, indem Sie die Ränder (unter "Datei", "Seite einrichten") z.B. auf links = 4 cm, rechts = 4 cm einstellen.
  • Den oberen und unteren Rand stellen Sie auf 2 bis 2,5 cm ein.
  • Eine Seite sollte ungefähr 2500 Zeichen umfassen, was sich unter "Datei", "Eigenschaften", "Statistik" nachprüfen lässt.
  • Dies erreicht man beispielsweise, indem man als Schrifttyp z.B. "Times 12 pt" oder "Arial 12 pt" wählt (am besten direkt in der Formatvorlage "Standard" einstellen") und als Zeilenabstand "Mehrfach 1,1 oder 1,15 (unter "Format", "Absatz", "Zeilenabstand").
  • Schön sieht es aus, wenn Sie zwischen den Absätzen nicht eine zusätzliche Leerzeile einschieben, sondern (wieder unter "Format", "Absatz") den "Abstand nach" auf 6pt oder automatisch einstellen und mit Shift+Enter einen "weichen Absatz" einfügen.
  • Die Silbentrennung sollte eingeschaltet werden.

Orthografie, Interpunktion

  • Gültig in allen Zweifelsfragen ist immer der Duden, aktuelle Ausgabe. Das Wort "Know-how" wird z.B. laut Duden so und nicht anders geschrieben.
  • Es gibt nach wie vor Kommaregeln. Vor vergleichenden Konjunktionen steht beispielsweise kein Komma (z.B.: Er ist so groß _ wie ich.). In einigen Fällen, z.B. beim erweiterten Infinitiv, erlaubt der Duden neuerdings, das Komma wegzulassen (z.B.: Er plant [,] dies zu tun.) Bedenken Sie aber, dass gerade in wissenschaftlichen Texten mit längeren, oftmals verschachtelten Sätzen die Verständlichkeit sehr leidet, wenn die Sätze nicht durch Kommas gegliedert werden.
  • Bei der Übernahme fremdsprachlicher Ausdrücke gilt die Regel, dass der erste Buchstabe groß geschrieben wird und dann durchgekoppelt wird, also z.B. "Dual-use-Problematik". In anderen Fällen empfiehlt sich die Eindeutschung (z.B. "erhaltende Technologien" statt "sustaining technologies") bzw. die Verwendung des englischen Begriffs in Anführungszeichen (z.B. Christensen spricht hier von "disruptive technologies".).

Zitierweise

  • Zitate werden sinnvollerweise direkt im Text nachgewiesen, und zwar nach der sog. amerikanischen Methode:
Es ist nicht immer sinnvoll, den Kunden zu folgen (vgl. Christensen 1997a: 435ff.).
oder:
Christensen behauptet, dass es nicht immer sinnvoll ist, den Kunden zu folgen (vgl. 1997a: 435ff.)
  • Beim nachfolgenden Zitat können Sie entweder "ebd." schreiben (wenn sich die Textstelle auf derselben Seite befindet) oder "ebd.: 437" bzw. nur "437" (solange klar ist, dass es immer noch um Christensen geht).
  • Die vollständigen Literaturangaben führen Sie dann in der Literaturliste auf.
  • Fußnoten verwenden Sie bitte sparsam für Randnotizen und Querverweise.

Literaturliste

Zur Anfertigung sauber formatierter Literaturlisten und zur Verwaltung von Zitationen empfehlen wir dringend die Verwendung von Citavi. Eine kostenfreie Lizenz kann über die Uni-Bib beantragt werden:

  • Bug-Hinweis: Sollte sich das gewünschte Citavi-Projekt nicht auf Anhieb über das Add-In in Word einbinden lassen, kann es helfen, zunächst nur die gewünschte Word-Datei (und nicht mehrere Word-Dokumente gleichzeitig) zu öffnen und Citavi dann aus Word heraus zu starten.

Ansonsten gelten folgende Hinweise für die Literaturliste:

  • Muster für die Angaben in der Literaturliste entnehmen Sie bitte der Literaturliste im Anhang an den jeweiligen Seminarplan.
  • In der Literaturliste sollten nur die Titel auftauchen, die Sie tatsächlich gelesen und verarbeitet haben. Mit Zitaten aus zweiter Hand (also aus Texten, die die Autoren zitieren, die Sie gelesen haben) verfährt man folgendermaßen:
Es handelt sich hier um "selected material technologies" (Dosi 1982, zit. n. Christensen 1997: 65).

Quellenangaben

  • Es ist sehr wichtig, dass Sie im Text kenntlich machen, aus welcher Quelle die Aussagen stammen, und zwar aus zwei Gründen:
  1. Einmal aus Gründen der wissenschaftlichen Redlichkeit: Wenn Sie ein Stück Text wörtlich übernehmen, müssen Sie die Passage in Anführungszeichen setzen und die Quelle angeben. Wenn Sie sinngemäß zitieren, ist es üblich, wenigstens am Ende des Absatzes einen Verweis einzufügen (vgl. Christensen 1997: 47-51).
  2. Zum anderen aber auch, damit kenntlich wird, was von Ihnen stammt und was nicht. Manchmal ist es schwer, eine Arbeit zu benoten, wenn sie originelle Thesen und intelligente Argumente enthält, aber nicht nachprüfbar ist, ob dies lediglich abgeschrieben ist oder ob dies eigene Gedanken sind. Machen Sie kenntlich, was von wem ist, auch indem Sie die Ebenen sauber trennen. (s. Ebenentrennung)

Ebenentrennung

  • Unabdingbar ist die klare und deutliche Trennung von drei Ebenen:
    • Der Ebene der Verfasserin/des Verfassers der Seminararbeit,
    • der Ebene der besprochenen Texte sowie
    • der Ebene der besprochenen Sachverhalte.
  • Formulierungen wie "Mayntz löst dieses Problem mit Hilfe der Policy-Netzwerke" sind unbedingt zu vermeiden (denn sie löst es mit Hilfe des Policy-Netzwerk-Ansatzes). Es sollte immer deutlich werden, ob die beschriebenen Sachverhalte aus der eigenen Perspektive oder aus der Perspektive der besprochenen Texte geschildert werden. Um diese beiden Ebenen zu trennen, gibt es eine Reihe formaler Mittel, z.B.:
    • direkte Verweise auf die Literatur, z.B.: "Scharpf behauptet, dass Policy-Netzwerke in Hierarchien umschlagen können (1993: 68)". Oder: "Policy-Netzwerke können laut Scharpf (1993: 68)" in Hierarchien umschlagen.
    • indirekte Verweise auf die Literatur, z.B.: "Policy-Netzwerke können in Hierarchien umschlagen (vgl. Scharpf 1993: 68)."
    • indirekte Rede, z.B.: "Scharpf (1993) behauptet dies und das ... So sei es durchaus möglich, dass Policy-Netzwerke in Hierarchien umschlagen (S. 68)."

Stil

Eine Seminararbeit ist eine wissenschaftliche Arbeit und sollte daher in einem sachlich-nüchternen Tonfall geschrieben werden. Alltagssprachlichen Formulierung, rhetorische Floskeln, spekulative Behauptungen etc. haben in einer Seminararbeit nichts zu suchen. Was wissenschaftlicher Stil ist, lernen Sie am Besten, wenn Sie andere wissenschaftliche Texte lesen (und dabei ab und zu mal auf formale Aspekte achten).

Inhaltliches

Mindestanforderungen

Bei Literaturarbeiten bieten sich folgende Varianten an:

  • (die einfache Variante) Die Kontrastierung von Position A (vertreten durch Autor 1) und Position B (vertreten durch die Autoren 2 und 3) sowie eine abschließende kritische Würdigung.
  • (etwas anspruchsvoller) Die Entwicklung eines Argumentationsgangs, der sich an einer sachlichen Systematik orientiert und die Argumente der verschiedenen Autoren den verschiedenen Teilaspekten zuordnet.

Fragestellung und Ergebnis

  • Eine wissenschaftliche Arbeit sollte stets eine klare Fragestellung haben, die sich zu einer These verdichten lässt. Diese Fragestellung sollte in der Einleitung beschrieben werden; aus ihr leitet sich die Argumentationsstruktur (und damit auch die Abfolge der Teilkapitel) ab. Zudem sollte in einem Schlusskapitel resümiert werden, welche Ergebnisse die Arbeit vor dem Hintergrund der Ausgangsfrage erbracht hat.
  • Das Schreiben und das Lesen eines wissenschaftlichen Textes folgen unterschiedlichen Logiken. Beim Schreiben entwickeln Sie durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie langsam aber sicher ein paar interessante Thesen. Der Leser möchte jedoch zu Beginn eines Textes bereits wissen, warum er ihn lesen soll; d.h. Sie werden typischerweise nach Fertigstellung Ihrer Arbeit die Einleitung neu schreiben und damit die – für den Leser wichtige – Fiktion erzeugen, dass Sie mit einer Fragestellung (Hypothese) starten, die sie durch Ihren Argumentationsgang Schritt für Schritt abarbeiten, um sie dann am Ende zu bestätigen oder zu widerlegen.
  • Das vorgezogene Ergebnis sollte also immer in Form der Hypothese in der Einleitung stehen; im Schlusskapitel hingegen sollte nichts Neues stehen, was im Text nicht entwickelt wurde. Dabei muss die Fragestellung im Falle einer Seminararbeit nicht allerhöchsten Ansprüchen genügen; es kann z.B. ausreichen, durch einen Vergleich eines theoretischen Modells mit einer Fallanalyse die Anwendbarkeit dieses Modells zu überprüfen.

Texte abschreiben oder neue Theorien erfinden?

  • Die Kunst des wissenschaftlichen Arbeiten besteht darin, dass man weder die besprochenen Texte Schritt für Schritt reproduziert (das ist für den Leser meist langweilig) noch zu gewagte eigene Behauptungen und Konzepte entwickelt, die mit dem Stand der Forschung nicht verbunden sind, so wie er sich in den behandelten Texten niederschlägt. Das Optimum liegt in der Mitte: Eine kluge Zusammenfassung der besprochenen Texte (mit gelegentlichen kurzen wörtlichen Passagen), eine Zuspitzung auf bestimmte Fragestellungen und eine nüchtern-sachliche Bewertung von Stärken und Schwächen (z.B. aus der Perspektive eines konkurrierenden Ansatzes oder anderer empirischer Evidenzen).
  • Mit persönlichen Meinungen sollte man sehr zurückhaltend sein und diese allenfalls für die abschließende Bewertung der Autoren bzw. Positionen aufheben; es geht in wissenschaftlichen Arbeiten immer um die Konsistenz von Argumenten und nicht um Meinungen und Präferenzen. Wenn ein Autor eine Position vertritt, die Ihnen nicht gefällt, dann müssen Sie ihn mit sachlichen Argumenten widerlegen (die Sie der Fachliteratur oder anderen Quellen wie seriösen Zeitschriften entnehmen).

Tabellen, Grafiken, Auflistungen

Tabellen und Grafiken sind gut, aber sie erklären sich meist nicht von selbst. Der Text muss darauf verweisen und beispielsweise die einzelnen Felder der Tabelle erläutern bzw. auf das eine wichtige Feld verweisen, um das es im Text geht. Längere Auflistungen sind zu vermeiden; auch hier gilt, dass sie den Text allenfalls unterstützen, aber nicht ersetzen können.

Notenschema

Eine schematische Festlegung von Noten verbietet sich von selbst, denn die Bewertung muss stets der individuellen Leistung gerecht werden. Zur groben Orientierung kann Ihnen aber folgende Tabelle dienen:

Note Inhaltliche Aspekte Formale Aspekte (Stil, Rechtschreibung, Zeichensetzung)
1 intelligente Kombination von Themen, eigenen Ideen stilistisch vorbildlich, formal fehlerfrei
2 korrekte Darstellung der bearbeiteten Materie einige Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, gut lesbar
3 reine Wiedergabe der Texte;
einige sachliche Fehler, Missverständnisse etc.
stilistische Mängel, etliche Fehler, Lesbarkeit beeinträchtigt
4 schwere sachliche Fehler sehr viele Fehler, schwierig lesbar
5 kein Ansatz zur Lösung der Aufgabe erkennbar unlesbar