Big Data und Gesellschaft (SS 21)

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Name Big Data und Gesellschaft
Raum digital oder P1-05-309
Wochentag Di
Zeit 14:15 - 15:45
Beginn 20.04.2021
Rythmus ---
Dozent(en) Cepera
Credits 5
Semesterwochenstunden 2
Typ Seminar/Übung
Modul Modul Innovations-und Techniksoziologie I und II "WiWi"
Semester SS 21
Studiengang MA-WiWi
Material Details / Material
Fragen stellen möglich auf der Seite Studi:FAQ

Termine

Die Informationen zu den genauen Sitzungsinhalten werden bis zum 01.04.2021 hier unter "Details/Material" eingestellt. Die Vergabe der Referatsthemen, sowie alle Informationen zu der Gestaltung der Referate und Seminararbeiten erfolgen dann in der ersten Sitzung am 20.04.2021.

Informationen zum Modus (digital / vor Ort) bzw. technischen Umsetzung der Sitzungen bekommen die Teilnehmer*innen vorab per Mail, sobald etwas absehbar ist. Sollten Sie noch nicht angemeldet (und damit nicht im entsprechenden Mailverteiler inkludiert) sein, melden Sie sich bitte mit Ihrem Anmeldeformular beim Sekretariat Techniksoziologie oder bei Kay Cepera (kay.cepera@tu-dortmund.de).

Überblick

Das Schlagwort „Big Data“ ist in aller Munde – und beschreibt nicht nur einen wissenschaftlichen Diskurs über den Umgang und die Auswertung großer Datenmengen, sondern steht auch für einen gesellschaftlichen Wandel. Was sich aber genau hinter dem Begriff „Big Data“ verbirgt, ist bislang jedoch noch unklar, denn er wird für eine Vielzahl von verschiedenen Daten, Methoden und/oder Entwicklungen genutzt. Während einige Autoren Big Data durch die Attribute Größe (Volume), Vielfältigkeit (Variety) und Schnelllebigkeit (Velocity) charakterisieren (Klein/Tran-Gia et al. 2013; Uprichard 2013; Plattner 2013), definieren andere Big Data anhand ihrer organischen Entstehung und der Unmöglichkeit der Auswertung durch herkömmliche Methoden (AAPOR/American Association for Public Opinion Research 2015). Zusätzlich eröffnen sich durch das Web 2.0 mehr und mehr Quellen, aus denen massenhaft Daten generiert werden können: Verhaltens- und Bewegungsdaten durch das „mobile Internet“ (vgl. Smartphones, Navigationsgeräte etc.), Nutzerdaten (vgl. persönliche Informationen aus sozialen Netzwerken oder Bestellverhalten bei Online-Kaufhäusern), Daten aus der Kommunikation „smarter Gegenstände“ (vgl. Smart Homes, Cyber technical Systems) und Daten weiterer intermediärer Plattformen (vgl. Crowdsourcing und -funding Plattformen) stellen dabei nur ein paar Möglichkeiten dar. Die weit verbreitete These ist, dass in diesen Daten neuartige Muster und Korrelationen erkannt werden können, deren Informationsgehalt wesentlich höher als bei herkömmlichen Daten eingeschätzt wird. Darüber hinaus ist den genannten Quellen eines gemeinsam: Alle generieren große und heterogene Datenmengen in sehr kurzer Zeit. Daher dienen die sogenannten drei „V’s“ (Volume, Variety und Velocity) als Charakterisierung und Arbeitsdefinition. Big Data wird das Potential für fundamentale Veränderungen unterstellt: Angefangen bei der wissenschaftlichen Erhebung von Forschungsdaten über industrielle Produktionsprozesse bis hin zur Veränderung gesellschaftlicher Institutionen wie beispielsweise der Privatsphäre. Aus diesen Veränderungen resultieren zahlreiche Chancen wie auch Risiken.


Das Seminar wird sich mit

  • den Chancen und Risiken von Big Data,
  • möglichen Anwendungsgebieten von Big Data
  • und den gesellschaftlichen Konsequenzen eines weitreichenden Einsatzes von Big Data

beschäftigten.

Einführende Literatur

  • Geiselberger, H. (2013). Big Data: das neue Versprechen der Allwissenheit. Suhrkamp.
  • Mayer-Schönberger, V.;K. Cukier (2013). Big data: A revolution that will transform how we live, work, and think. Houghton Mifflin Harcourt.
  • Weyer J., Delisle M., Kappler K., Kiehl M., Merz C., Schrape JF. (2018) Big Data in soziologischer Perspektive. In: Kolany-Raiser B., Heil R., Orwat C., Hoeren T. (eds) Big Data und Gesellschaft. Technikzukünfte, Wissenschaft und Gesellschaft / Futures of Technology, Science and Society. Springer VS, Wiesbaden.